Fermentierwand im Boatnica in der Region in Sachsen-Anhalt.

Der Einstieg ins Fermentieren

Schon mal fermentiert? Warum euer Darm und eure Geschmacksknospen das lieben werden!

Autorin: Antonia

Ihr wollt eurem Körper etwas Gutes tun? Schon mal über’s Fermentieren nachgedacht?

Ja genau – dieses „Gemüse-im-Glas-das-irgendwie-vor-sich-hin-blubbert“. Klingt erstmal eher nach Küchenexperiment als nach Genuss, oder? Und irgendwo schwingt doch immer dieser Gedanke mit: Ist das nicht nur was für Hardcore-Veganer und Food-Nerds?

Ganz ehrlich: Nein. Und nochmal nein.

Was ist fermentieren und was ist da so gut dran?

Wer seinen Geschmacksknospen und seinem Darm wirklich etwas Gutes tun will, sollte fermentierte Lebensmittel unbedingt ausprobieren! Und das Beste daran: Es ist viel einfacher, als man denkt.

Kurz gesagt: Beim Fermentieren passiert Magie – na gut, eigentlich Wissenschaft. Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien verwandeln Zucker und Kohlenhydrate in Milchsäure. Klingt erstmal unspektakulär, hat aber eine ziemlich große Wirkung.

Zum Beispiel in Sachen Haltbarkeit. Durch die entstehende Milchsäure entsteht ein saures Milieu, in dem sich schädliche Bakterien kaum vermehren können. Heißt: natürliche Konservierung, ganz ohne Zusatzstoffe.

Aber Fermentation kann noch mehr. Sie bringt Aromen hervor, die ihr sonst kaum hinbekommt.  Leicht säuerlich, manchmal fast schon ein bisschen funky. Jedes Glas wird zu einem kleinen Unikat. 

Und jetzt zur vielleicht wichtigsten Frage: Was hat euer Körper davon? Ziemlich viel.

Fermentierte Lebensmittel enthalten Probiotika, also lebende Milchsäurebakterien. Die sind echte Teamplayer für euren Körper: Sie unterstützen eure Darmflora, fördern die Verdauung und können euer allgemeines Wohlbefinden verbessern. Gleichzeitig werden die Lebensmittel durch die Fermentation quasi „vorverdaut“. Für euch bedeutet das: leichter verdaulich, weniger belastend und oft besser verträglich.

How to: fermentieren.

Welche Lebensmittel kann man fermentieren?

Zwiebeln, Tomaten, Kimchi, Spitzkohl, Sauerkraut, Möhren, Knoblauch, Rote Bete, Blumenkohl, Chili, Bohnen, Käse, Kefir, Sauerteig, Wein, Miso…

Wie fermentiert man?

  1. Gemüse gut säubern.
  2. Schneiden. Kraut wird in der Regel fein gehobelt, Gemüsearten wie Blumenkohl und Karotten in mundgerechte Stücke geschnitten.
  3. Entweder mit Salz vermengen und gut massieren, bis sich Lake bildet oder in Gläsern mit Salzlake bedecken.
  4. Mit Gewicht abdecken und beschweren.
  5. Während der Fermentation sollte das entstehende CO2 entweichen können. Die Gläser also nicht komplett dicht verschließen. Dabei den Gärbehälter vorsichtig und langsam öffnen, bis das Gas entweichen konnte.
  6. Etwa 5-7 Tage warten und probieren. Schmeckt es gut, kann das Gemüse bei Bedarf umgefüllt und verschlossen in den Kühlschrank gepackt werden.

Viel Spaß beim FERMENTIEREN! Dein Genussfinder Sachsen-Anhalt.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, selbst einzusteigen, gibt es ein paar Klassiker, mit denen ihr nichts falsch machen könnt: Sauerkraut, Kimchi, Kombucha oder auch Sauerteigbrot. Und ja – auch wenn man es ihm nicht direkt ansieht: Ein Sauerteigstarter ist ebenfalls ein Ferment. Das daraus entstehende Brot ist nicht nur aromatischer, sondern auch deutlich bekömmlicher.

Am Ende ist Fermentieren kein kurzlebiger Foodtrend, sondern eine der ursprünglichsten Arten, Lebensmittel zu verarbeiten und gleichzeitig eine der spannendsten. Ihr bekommt mehr Geschmack, mehr Haltbarkeit und ganz nebenbei noch einen echten Boost für eure Darmgesundheit.
Ein Glas selbst fermentiertes Gemüse im Kühlschrank fühlt sich auch ein bisschen wie ein kleines Küchen-Upgrade an.

Für alle, die sich nicht direkt alleine herantasten wollen.

Hier noch einen Tipp für euch: Im Botanica in Magdeburg werden unter anderem Fermentationskurse angeboten – perfekt, um ein Gefühl für das Thema zu bekommen und direkt mit ein bisschen Know-how loszulegen.