Wagyu aus Sachsen-Anhalt!? Naklar!
Wagyu aus Sachsen-Anhalt – geht das wirklich? Ronald und David aus Kuhlhausen beweisen es mit Überzeugung, Haltung und Leidenschaft.
Wagyu-Fleisch aus Sachsen-Anhalt – das klingt erstmal ungewöhnlich. Was steckt hinter eurem Projekt?
Ronald: Für Wagyufleisch muss man nicht nach Japan fliegen. Das gibt’s auch hier bei uns – in Sachsen-Anhalt. Unsere Rinder wachsen in klassischer Mutterkuhhaltung auf, verbringen etwa acht Monate bei ihren Müttern und trinken deren Milch. Unsere Tiere leben fast das ganze Jahr über draußen auf den Weiden. Dort finden sie Gras und frische Luft – und genau das bestimmt auch unser Futterkonzept.
Dabei erzeugen wir alles selbst: Heu und Silage vom Grünland, Kraftfutter aus eigenem Getreide, das wir selbst schroten. Kein Zukauf. Kein Zufall.
Was unterscheidet euch von anderen Rinderhaltern – abgesehen von der Rasse?
Ronald: Die Haltung macht den Unterschied – und die Zeit. Unsere Tiere werden mindestens drei Jahre alt, teilweise auch deutlich älter. Eine unserer Mutterkühe ist gerade 16.
Wir geben den Tieren ein langes, stressfreies Leben und kennen jedes einzelne vom ersten Tag bis zum letzten. Wir arbeiten in und mit der Natur – und das merkt man dem Produkt an.
Und wie schmeckt Wagyu? Was macht es so besonders?
David: Wagyu ist ein ganz besonderes Fleisch – wegen der starken Marmorierung, also dem Fett, das sich in die Muskulatur einlagert.
Das sorgt für ein zartes Mundgefühl, intensiven Geschmack und ein einzigartiges Schmelz-Erlebnis beim Braten oder Grillen.
Gibt es ein Lieblingsstück vom Grill bei euch?
Ronald: Bei mir ist’s ganz klar das Skirt Steak – ein eher unbekannter Cut aus dem Bauchlappen. Hat ein bisschen mehr Biss, aber unglaublich viel Geschmack.
David: Ich bleib beim Klassiker: Roastbeef. Das funktioniert immer – für Gäste, für mich selbst, für jeden Anlass.
Wird Wagyu wirklich mit Bier gefüttert und massiert?
Ronald (lacht): Unsere Rinder werden tatsächlich regelmäßig gebürstet – mit stationären Massagebürsten im Stall. Das genießen sie sehr.
Das mit dem Bier… das trinken wir dann doch lieber selbst. Prost!

Was ist euch beim Thema Fleischkonsum wichtig?
Ronald: Weniger ist mehr – aber dafür bitte bewusst. Wer Fleisch isst, sollte wissen, wo es herkommt. Wie das Tier gelebt hat. Wenn man mit gutem Gefühl reinbeißen kann, ist das für uns genau richtig.
David: Die Leute sollten sich mehr informieren. Regional gibt’s so viele gute Produkte – nicht nur Fleisch. Man muss nicht immer nur online nach dem günstigsten Angebot suchen. Einfach mal gucken, was es vor der eigenen Haustür gibt.
Was wünscht ihr euch für die kulinarische Landschaft in Sachsen-Anhalt?
Ronald: Dass die Menschen mutiger werden. Raus aus dem Schneckenhaus, mehr fragen, mehr wissen wollen, mehr ausprobieren.
David: Und dass mehr Leute auf Qualität und Herkunft achten – und sich auch die Zeit nehmen, kleine Betriebe zu entdecken und zu unterstützen.
Und wenn jemand jetzt Lust auf euer Fleisch bekommen hat – wie kommt man ran?
Ronald: Ganz einfach: Über unsere Website www.havel-wagyu.de. Dort gibt’s einen Newsletter. Wir schlachten nur wenige Tiere im Jahr – aktuell neun.
Wenn es soweit ist, informieren wir alle, die sich eingetragen haben. Dann kann man sich Teile sichern – vom Edelfleisch bis zum Suppenknochen. Wir verwerten das komplette Rind. Das ist uns wichtig.
Herzlichen Dank für eure Zeit, eure Offenheit und den ehrlichen Blick hinter die Kulissen.
Havel Wagyu steht für bewusste Landwirtschaft, gelebtes Tierwohl, großartige Menschen – und ein Produkt, das nicht nur geschmacklich begeistert.
Wir können es empfehlen! 🙂






