Nahporträt von Franziska Zobel im Grünen mit unscharfem Hintergrund.

Im Gespräch mit Franziska Zobel

Nachhaltiger Genuss von der Streuobstwiese ins Glas

Wir sind regelmäßig in Sachsen-Anhalt unterwegs, um euch unsere heimischen Betriebe und regionalen Erzeugnisse vorzustellen. Dabei werfen wir auch einen Blick hinter die Kulissen und sprechen mit den Menschen, die ihr Leben dem Genuss gewidmet haben. Heute im Interview: Franziska Zobel vom „Trinkender Zobel“ in Naumburg.  

Franziska Zobel ist Diplom-Ingenieurin für Weinbau und Önologie – und eine echte Pionierin, wenn es um Cider geht. Seit 2017 widmet sie sich der klassischen, handgerüttelten Flaschengärung, bei der Tradition und Handwerk auf ihre Liebe zur Natur treffen. 2021 gründete sie in Saale-Unstrut ihre eigene Manufaktur: den „Trinkenden Zobel“. Ein Ort, an dem aus Äpfeln feine, charakterstarke Cider entstehen.



Franziska, du bist Winzerin – aber dein Herz schlägt nicht nur für Wein, sondern auch für Cider. Wie kam es dazu?

„Ich habe schon immer zwei große Leidenschaften gehabt: Wein machen und Bäume. Und irgendwann stand ich vor der Situation, dass wir so viele Äpfel von den Streuobstwiesen geerntet haben, dass wir das gar nicht alles als Saft hätten trinken können. Also habe ich angefangen, daraus Apfelwein zu machen – und schnell bemerkt: Das passt perfekt. Das hat auch perfekt in meinen Plan gepasst, ein Low-Alcohol-Produkt zu entwickeln, das trotzdem Genuss und Trinkfreude bereitet.”

Was macht Streuobstwiesen für dich so besonders?

„Streuobstwiesen sind wahre Schatzkammern der Natur. Sie stehen oft unter Naturschutz, weil sie so wichtig als Lebensraum sind – Brutstätten, Nahrungsquellen, Schutzräume für unzählige Tiere. Gerade in Zeiten des Insektensterbens haben sie eine riesige Bedeutung. Es wird dort nicht gedüngt, es werden dort keine Pestizide eingesetzt. Altholz und Totholz bleiben liegen, es wird extensiv gemäht und geweidet – so entsteht ein einzigartiges Ökosystem. Für mich sind Streuobstwiesen auch ein Stück Heimat und Vielfalt.“

Cider ist in Deutschland noch nicht so verbreitet wie Wein. Was macht ihn für dich besonders reizvoll?

„Ganz klar: die Leichtigkeit! Mein Cider ist ein Apfelschaumwein – also quasi Apfelwein mit etwas „Blubber“. Er hat deutlich weniger Alkohol als ein normaler Wein, sorgt aber trotzdem für die gleiche Freude am Trinken. Cider ist ein Getränk, das frisch, lebendig und unkompliziert ist – perfekt, um es in geselliger Runde zu genießen.“

Und was liebst du am meisten an deinem Handwerk?

„Das Schneiden der Bäume im Winter!” (lacht) “Das klingt vielleicht unspektakulär, aber für mich ist es das Schönste. Da kann ich die Zeit richtig vergessen – egal ob kleine oder große Bäume. Es ist einfach mein Ding, draußen zu sein, mit den Händen zu arbeiten und die Natur direkt zu erleben.“

Wo können Interessierte deinen Cider probieren oder kaufen?

Ihr könnt meinen Cider in einigen Städten im Weinfachhandel kaufen bspw. in Magdeburg, Leipzig, Jena und auch Naumburg. Am besten könnt ihr die Adressen auf meiner Website sehen. Gerne könnt Ihr mich auch per Email oder via Instagram direkt kontaktieren oder meine Veranstaltungstermine sehen. Außerdem findet ihr mich auf verschiedenen Märkten, wo Ihr meinen Cider auch probieren könnt.

Und genau so haben wir Franziska auch kennengelernt. Auf einem Wochenmarkt in Naumburg, bei einem Glas Cider. Wir vom Genussfinder sind begeistert, wie Franziska Tradition, Natur und Leichtigkeit in die Flasche bringt. Ihr Cider ist nicht nur ein erfrischendes Getränk, sondern auch ein Stück gelebte Nachhaltigkeit von der Streuobstwiese. Regionaler geht es nicht.